M6-C HWS-Bandscheibenprothese

Jedes Jahr, werden bei Hunderttausenden von Erwachsenen HWS-Bandscheibenstörungen diagnostiziert, einer Degenerationserkrankung der oberen Wirbelsäule, die Schmerzen und Taubheit im Hals, den Schultern, Armen und selbst den Händen hervorrufen kann. Diese Patientenbroschüre soll Ihnen ein besseres Verständnis über HWS-Bandscheibenstörungen und bestimmte Behandlungsoptionen geben. Darüber hinaus beschreibt die Broschüre die M6™ HWS-Bandscheibenprothese, eine ungewöhnliche und einzigartige Technologie, mit der manche dieser schmerzhaften HWS-Degenerationserkrankungen behandelt werden.

Diese Informationen sollen eine ausführliche Diskussion mit Ihrem Arzt nicht ersetzen. Falls Sie Fragen zu diesen Informationen haben, schreiben Sie sie bitte auf, damit Ihr Arzt oder anderes medizinisches Fachpersonal diese Fragen beantworten kann.

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Die Halswirbelsäule Degeneration der HWS-Bandscheiben
Behandlung von HWS-Bandscheibenkrankheiten Das Verfahren
Eignet sich die M6 HWS-Bandscheibenprothese für mich? Glossar

Was ist die Halswirbelsäule?

Die Halswirbelsäule ist ein komplexes System von Knochen, Muskeln, Knorpel und Nerven, welches das Gewicht des Kopfes unterstützt und gleichzeitig die Bewegung des Kopfes in mehrere Richtungen ermöglicht. Die Halswirbelsäule beginnt an der Schädelbasis und besitzt sieben kleine Knochen, die als Wirbel bezeichnet werden. Sie bildet eine Schutzbahn für Ihr Rückenmark und die Nervenwurzeln, die Signale an bzw. von Gehirn, Schultern, Armen und Brust übertragen.

Die HWS-Bandscheibe

Zwischen jedem Wirbel befindet sich eine Bandscheibe: ein fibröses, stoßdämpfendes Polster, das den richtigen Abstand, die Stabilität und Bewegung innerhalb der Halswirbelsäule aufrechterhält. Jede Bandscheibe weist ein fibröses, reifenartiges äußeres Band (als Faserring bezeichnet) auf, das eine zentrale, gelartige Substanz (als Gallertkern bezeichnet) umschließt. Kern und Ring arbeiten zusammen, Stöße zu absorbieren, die Wirbelsäule zu stabilisieren und um einen kontrollierten Bewegungsfreiraum zwischen jedem Wirbel zu gewährleisten.

Degeneration der HWS-Bandscheiben

Mit zunehmendem Alter werden die Bandscheiben in unserer Halswirbelsäule immer flacher und abgenutzter. Durch die Abflachung einer Bandscheibe wird der Abstand zwischen den Wirbeln verringert, wodurch nicht nur die Bandscheibe selbst, sondern auch die umliegenden Gelenke, Muskeln und Nerven stärker belastet werden. Dieser Prozess wird als HWSBandscheibendegeneration bezeichnet und kann mehrere schmerzhafte Erscheinungen verursachen.

Erscheinungen, die durch HWS-Bandscheibendegeneration verursacht werden

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall, der als Nucleus-pulposus-Vorfall bezeichnet wird, findet statt, wenn die Belastung der umliegenden Wirbel zu Rissen am äußeren Band (Faserring) der Bandscheibe führt. Diese Risse können bewirken, dass sich der weiche, zentrale Kern der Bandscheibe vorwölbt oder sogar vollständig ablöst, wodurch Druck auf die benachbarten Nerven oder das Rückenmark ausgeübt wird. Dieser Druck auf die Nerven kann Schmerzen oder Schwächen in bestimmten Stellen des Körpers zur Folge haben, je nachdem welche Nerven zusammengedrückt werden.

Knochensporne (Osteophyten)

Knochensporne, auch Osteophyten genannt, sind kleine knochige Segmente, die sich mit der Zeit durch die erhöhte Belastung an den Wirbeln bilden. Normalerweise führen diese Sporne lediglich zu einem gelegentlichen steifen oder schmerzenden Nacken. Osteophyten können jedoch genau wie bei einem Bandscheibenvorfall auf nahe gelegene Nerven oder das Rückenmark drücken und Schmerzen oder Schwäche in bestimmten Stellen des Körpers hervorrufen.

Symptome von HWS-Bandscheibenkrankheiten

Obwohl viele Menschen infolge von zunehmendem Alter an HWS-Bandsch-eibendegeneration leiden, verursacht die Erkrankung nur bei wenigen Menschen starke Symptome. Normalerweise sind die Symptome von HWS-Bandscheibendegeneration mild, wie z. B. Nacken- und Schulterschmerzen,Nackensteife oder gelegentlich Kopfschmerzen. Die Symptomeder HWS-Bandscheibenstörungen können jedoch schwerer werden, wenn Nerven durch Knochensporne oder einen Bandscheibenvorfall eingeklemmt werden. Dies kann zu schmerzhaften Erscheinungen, der sog. Radikulopathie und HWS-Myelopathie, führen.

• Radikulopathie – Wenn Wirbelsäulennerven eingeklemmt sind, kann dies zu Schmerzen, Schwäche oder Taubheit im Hals, den Schultern, Armen und Händen führen. Dies wird oftmals als stechender Armschmerz empfunden.

• HWS-Myelopathie – Manchmal ist das Rückenmark selbst betroffen, was zu stärkeren Schmerzen oder Schwäche in den Armen und Beinen führen kann. Diese Schmerzen können mit Schwierigkeiten beim Gehen oder beim Benutzen der Hände verbunden sein.

Mithilfe von MRT-Untersuchungen und Röntgenaufnahmen kann Ihr Arzt Degenerationen feststellen, die Ihnen Schmerzen bereiten könnten.

Diagnose

Ihr Arzt wird eine Krankengeschichte aufnehmen und eine ärztliche Untersuchung durchführen, um Ihre Symptome zu verstehen und um zu bestimmen, ob ein Nerv oder das Rückenmark durch Erscheinungen im Zusammenhang mit HWS-Bandscheibendegeneration beeinträchtigt wird.

Ihre Körperhaltung, der Bewegungsfreiraum Ihres Halses, Ihre Reflexe, Ihre Muskelstärke und Schmerzbereiche werden alle während der Untersuchung beurteilt. Falls Verdacht auf HWS-Bandscheibendegeneration besteht, fordert Ihr Arzt ggf. eine Röntgenaufnahme oder eine MRT-Untersuchung an, um Ihre Bandscheiben, Nerven und Ihr Rückenmark zu beurteilen, damit er eine passende Behandlung auswählen kann.

Behandlung von HWS-Bandscheibenkrankheiten

Aktuelle Behandlungsoptionen

Bei den meisten Patienten sind nicht chirurgische oder conservative Behandlungsoptionen ausreichend, um die Symptome von HWS-Degenerationserkrankungen zu lindern. Diese Behandlungsoptionen können eine Kombination von Ausruhen, Krankengymnastik oder Schmerztabletten bzw. entzündungshemmenden Medikamenten beinhalten. Bei Patienten, die nicht auf diese Behandlung ansprechen und bei denen Schmerzen oder Taubheit weiterhin bestehen, muss evtl. eine chirurgische Intervention durchgeführt werden. Im Rahmen einer chirurgischen Behandlung werden der Bandscheibenvorfall und die Knochensporne (Osteophyten), die Ihre Symptome hervorrufen, entfernt. Dieser Prozess wird als Dekompression bezeichnet.

Sowohl konservative als auch chirurgische Behandlungen sollen Ihre Schmerzsymptome lindern. Ihr Arzt wird die beste Behandlungsoption auf Grundlage des Schweregrads Ihrer Degeneration-skrankheit bestimmen.

Das Verfahren

Was passiert während der Operation?
Während der Bandscheibenersatzoperation wird ein kleiner 3 bis 4 cm großer Einschnitt vorne an Ihrem Hals gemacht, um Zugang zur Halswirbelsäule zu erlangen. Die beschädigte Bandscheibe wird entfernt (Diskektomie). Der Druck auf den Nerv wird dann reduziert (Dekompression). Die M6 HWSBandscheibe wird anschließend mit speziellen und präzisen Instrumenten in den entstandenen Platz eingesetzt. Nach Platzierung der M6 wird der Einschnitt geschlossen.

Was kann ich nach der Operation erwarten?
Ihr Arzt wird Ihnen nach der Operation Richtlinien für Aktivitäten und Nachsorgeanforderungen geben, bevor Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden. Sie können sich zur Heilung und Stärkung Ihrer Halswirbelsäule evtl. einer Therapie unterziehen. Nachsorgeuntersuchungen werden nach der Operation von Ihrem Arzt durchgeführt, damit er Ihren Genesungsprozess beurteilen kann.

Eignet sich die M6 HWS-Bandscheibenprothese für mich?

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die mit der Implantation der M6 HWS-Bandscheibenprothese verbundenen Vorteile und Risiken zu verstehen und um herauszufinden, ob die M6-Bandscheibenprothese für Sie geeignet ist.

Glossar

Annulus fibrosus (Faserring)
Das fibröse, reifenartige äußere Band einer natürlichen Bandscheibe, das eine zentrale, gelartige Substanz (als Gallertkern bezeichnet) umschließt.

Bandscheibenprothese
Eine HWS-Prothese, die zwischen Wirbelkörpern eingesetzt wird, nachdem eine degenerierte Bandscheibe entfernt wurde. Die Bandscheibenprothese soll die Bandscheibenhöhe aufrechterhalten sowie die Bewegung auf der behandelten Wirbelebene erleichtern.

Degeneration der HWS-Bandscheiben
Änderungen an der Wirbelsäule und den dazugehörigen umliegenden Bereichen (Bandscheiben, Wirbelsäulengelenke usw.), die durch den natürlichen Alterungsprozess oder eine Verletzung verursacht warden und die Mobilität und Stabilität der Wirbelsäule einschränken können.

Dekompression
Eine chirurgische Behandlung, bei der der durch Bandscheibenvorfall, Osteophyten oder Knochensporne verursachte Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln entfernt wird.

Diskektomie
Das Entfernen eines Teils der bzw. der gesamten Bandscheibe.

HWS-Bandscheibe
Befindet sich zwischen jedem Wirbel. Sorgt dafür, dass der richtige Abstand, die Stabilität und Bewegung innerhalb der Halswirbelsäule aufrechterhalten werden. Jede Bandscheibe besteht aus einem Gallertkern und einem Faserring.

Myelopathie
Resultiert aus der Kompression des Rückenmarks durch knochige und/oder Bandscheibenvorsprünge.

Nucleus pulposus (Gallertkern)
Eine gelartige Substanz in der Mitte der Bandscheibe, die von einem fibrösen, reifenartigen äußeren Band (als Faserring bezeichnet) umschlossen wird.

Nucleus-pulposus-Vorfall
Eine Bandscheibe wölbt sich vor oder bricht, wenn Teil der zentralen, gelartigen Substanz (Gallertkern) durch einen Riss im reifenartigen äußeren Band der Bandscheibe (Ring) gelangt und somit Druck auf die benachbarten Nerven oder das Rückenmark ausübt. Diese Migration der Bandscheibe über die Ränder des Wirbelkörpers hinaus wird als Nucleus-pulposus-Vorfall bezeichnet. Es gibt verschiedene Schweregrade dieser Erkrankung, die nach ihrer Identifizierung entsprechend behandelt werden können.

Radikulopathie
Kompression von ein oder mehreren HWS-Nervenwurzeln. Nervenwurzelkompression ist auf einen Bandscheibenvorfall oder Knochensporne (Osteophyten) zurückzuführen.

Wirbel (Wirbelkörper)
Knochige Segmente, welche die Wirbelsäule beim Menschen bilden. Die Halswirbel sind die oberen 7 Wirbel in der Wirbelsäule. Sie warden von oben nach unten mit C1 bis C7 bezeichnet.